Wenn dich das Leben schubst…

   Wenn dich das Leben schubst …  

Eigentlich sollte es im Blogartikel für den April um „Enjoy your Life“ gehen, um das im „Flow“ sein und die Kunst, das Leben  zu genießen…
Ich war schon in den Startlöchern, hatte die ersten Zeilen bereits geschrieben –
da ist es passiert!


  Der Schubs

Im engsten Familienkreis gab es völlig unerwartet einen Krankheitsfall, der mich sehr erschreckte und meinen schönen Flow rüde unterbrach und stoppte.  Von jetzt auf gleich saß ich täglich im Krankenhaus bei einer mir nahestehenden Person und fühlte mich plötzlich sehr klein und machtlos!


Was war passiert?
Ich bin aus der aktiven Rolle (Schöpfer meines Lebens zu sein und die Dinge weitgehend im Griff zu haben) plötzlich in eine ungewohnt passive „Empfängerposition“ gerutscht. Meine Familie war dem „Goodwill“ von  Ärzten und Pflegepersonal ein Stück weit einfach ausgeliefert.
Der tägliche Ablauf in einer Krankenhausstation ist eine Welt für sich. Eine Welt, die ich bisher nicht kannte!
Von der neuen Situation benommen beobachtete ich viel und versuchte mit verschiedenen Menschen um uns herum ins Gespräch zu kommen, mir ein Bild von der neuen Umgebung zu machen.
In diesen Tagen schlief ich schlecht. Obwohl ich versuchte, gut auf mich zu achten, wurde ich innerlich sehr dünnhäutig und etwas „wackelig“.
Kam mir diese Zeit auch lang vor, so  meinte es das Leben doch gut mit uns – insgesamt gesehen war es ein eher kleiner Schubs: Nach 4 Tagen war das Schlimmste vorüber und die Krankenhauszeit wieder vorbei.  Das normale Leben konnte wieder aufgenommen werden und normal weiterlaufen, so dachte ich.

Nachdem ich wieder frei durchatmen konnte, begann ich darüber nachzudenken, ob es einen Sinn hinter dem Schrecken gab.
Was hatte mir dieses Erlebnis an Lernerfahrung geschenkt?

  Gibt es Perlen im Misthaufen ?  

Kennst du den Spruch: „Wenn dir das Leben Zitronen schenkt, mach Limonade daraus!“?
Dahinter steckt eine schöne und positive Denkweise, die Umsetzung ist jedoch nicht so einfach und sofort ersichtlich. Vor allem nicht, wenn man noch mitten in der Situation steckt und den „Zitronengeschmack“ noch im Mund hat!


Leichter fiel es mir zu fragen:
„Gibt es in all dem Drama vielleicht ein Geschenk für mich? Liegen da möglicherweise Perlen im Misthaufen verborgen?“

Dazu war die Anwort ganz klar: „Ja!“
Ich stellte mir diese Frage und recht schnell kristallisierte sich eine Vielzahl neuer Erfahrungen und Einsichten heraus:

  • Zuerst die Wichtigste:
    Wenn es dir wirklich dreckig geht, dann gibt es im Krankenhaus Menschen, die sich wirklich bemühen dir zu helfen! Du kannst für eine Weile einfach abgeben und loslassen. Trotz Stress, Hektik und vielerlei Anforderungen findet man dort immer wieder ein offenes Ohr und viel Einsatz.
    Lässt man sich darauf ein, dann sind von der Putzkraft bis zur Ärztin alle menschlich ansprechbar gewesen und um Unterstützung bemüht.
  • Das Krankenhaus ist ein Gleichmacher!
    Sowohl in der Zimmerbelegung als auch beim Personal – alles war Multikulti. Wir saßen alle im gleichen Boot! Nach kurzem Beäugen entstand erste Kommunikation und gegenseitige Hilfestellung. Eine schöne und bereichernde Erfahrung!
  • Für mich persönlich, als Praxisinhaberin:
    Die Welt geht nicht unter, wenn ich gebuchte (und bezahlte) Termine in einer Ausnahmesituation verschieben muss!
    Es ist mir sehr schwer gefallen, meine Klienten um Verständnis zu bitten und meine Coachings umzulegen. Ich wollte nicht unprofessionell sein.
    Aber: man darf um Hilfe bitten und oft wird sie gewährt!
    So zeigten sich einschränkende Glaubenssätze, die mir vorher nicht bewusst waren. An dieser Stelle noch einmal ein dickes Dankeschön an die Betroffenen. Danke für euer Verständnis  und Mitgefühl!

  Und dann war alles wieder gut? 

Leider nein!
Es kam ein weiterer Schubs:

Mein Nervenkostüm war nicht so stark, wie ich dachte. Obwohl ich gut auf mich geachtet hatte, ist es in diesen Tagen dünn geworden…
Kaum war alles vorbei und ich konnte die innere Anspannung loslassen, da wachte ich morgens mit allen Anzeichen eines  Hörsturz auf!


Vielleicht weißt du, dass ich vor über 10 Jahren durch Hörstürze aus meinem Lehrerinnenleben ausgetreten bin. Genau so lange hatte ich keinen mehr und ich habe auch nicht damit gerechnet, das noch einmal zu erleben!
Man sagt, dass sich herausfordernde Themen im Leben öfter als einmal zeigen. Man hat eine andere Bewusstseinsstufe erreicht und darf sie auf einer tieferen, veränderten Ebene noch einmal anschauen und verarbeiten.
So war es wohl in diesem Fall:
Ich habe den Hörsturz direkt erkannt und bin zielgerade in Behandlung gegangen. Weil ich nicht erneut in ein Krankenhaus gehen wollte, habe ich versprochen, mich Zuhause auszuruhen und ruhig zu verhalten.

   Lernprozesse  

Nun durfte ich lernen, mich wirklich zu schonen und aus allen anstrengenden Abläufen herauszuhalten.


Das war eine tolle Übung!
Aber keine leichte…
Sobald es mir einen Tag besser ging, begann ich mit altem Schwung alles zu erledigen, was am Vortag liegengeblieben war – nur um zu merken, dass der Schwindel direkt zurückkam.
Multitasking ging gar nicht mehr.
Habe ich im Garten den Wassserschlauch angestellt, um kurz ein Beet zu wässern, während ich drinnen Wäsche aufhängte – dann war der Wasserschlauch kurz danach einfach vergessen! Ich hatte ein Sumpfbeet!
So war ich gezwungen, mich sehr, sehr zurückzunehmen.
Nur eine Sache zu einer Zeit zu tun.
Dabei zu bleiben.
Im Moment zu sein, ganz bei mir und achtsam.
Sehr spannend!

Das größte Geschenk hinter diesem Hörsturz erkannte ich aber erst eine Woche danach:
Mir wurde klar, dass ich mit dieser Stressanfälligkeit definitiv in diesem Leben keine (Schul)Lehrerin mehr sein würde!


Nach gut 10 Jahren stapelten sich noch immer Ordner mit Schulmaterialien in meinem Arbeitszimmer. Damit ich nicht „nackig“ wäre, sollte ich doch noch einmal in die Schule zurückgeordert werden.
Jetzt kann ich aus tiefer Gewissheit sagen: Endgültig vorbei!
Ich kann mein „Vorleben“ zu einhundert Prozent loslassen und mein Arbeitszimmer endlich entrümpeln! Closure!
Die letzten Wochen waren für mich keine wirklich schöne Zeit. Eine wertvolle Zeit war es aber in jedem Fall!
Meine Ohren haben sich inzwischen beruhigt, mir geht es wieder gut.
Dennoch bin ich insgesamt etwas langsamer geworden.
Ich haushalte bewusster mit mir und meinen Kräften.
Und ich habe viele Einblicke erhalten, die meine Arbeit mit Menschen bereichern werden!

  Was ist jetzt mit dem Flow und der Leichtigkeit? 

MitteDer Artikel zu Flow und Leichtigkeit wird mit Sicherheit noch geschrieben werden.
Genau dann, wenn er dran ist!


Meine spirituelle Lieblingslehrerin hat einmal gesagt:
Man kann noch so positiv und ein guter Mensch sein, manchmal schubst dich das Leben einfach! Dann ist es wichtig, gut verwurzelt zu sein  und sich wieder neu auf seine Mitte auszurichten!“
Daran halte ich mich!
Ein wertvoller, hilfreicher Satz, den ich gerne an dich weitergeben möchte!
Dieser Artikel ist sehr persönlich, dennoch wollte ich ihn dir nicht vorenthalten. Jeder von uns erhält immer wieder einmal im Leben einen „Schubs“! Manchmal ist er sanfter und manchmal heftiger.
Ich wünsche mir, dass ich dich mit dieser Schilderung ein wenig bereichern konnte. Vielleicht kann ich dich anregen zu einer erweiterten Sichtweise auf unschöne Ereignisse im Leben.
Möglicherweise lässt sich er sich ja auch auf DEIN Leben und deine „Schubse“ anwenden und unterstützt dich dadurch!

Wie immer freue ich mich, wenn du in der Kommentarfunktion deine Gedanken zum Artikel  mit mir teilst.

Ich verabschiede mich für heute mit einem irischen Segensspruch:

„Möge die Straße dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf deine Felder fallen.“

Möge es das Leben gut mit dir meinen!

Rauhnächte

Alles Gute für dich,
ich winke dir fröhlich zu aus Büttelborn,
Deine Silke

  PS  

Bevor du gehst, habe ich noch ein Geschenk für dich:
Trage dich ein, damit ich dir kostenlos die  Fernheilsitzung zum Thema „Schwere loslassen – Freude leben“ zusenden kann!

Ich habe eine transformative Heilsession für dich als Video aufgezeichnet, so dass du ein wenig Ballast abwerfen kannst! Weiterhin hast du damit die Möglichkeit, mich und meine persönliche Arbeitsweise kostenlos kennen zu lernen.


Ja, ich hätte gerne das Video!


 

 

 

 

 

About Silke Kitzmann

Als Seelencoach helfe ich Frauen, ihre Lebensqualität nachhaltig zu verbessern und aktuellen Leidensdruck zu mindern, bzw. ganz zu verabschieden. Durch mediales Coaching lösen sich meine Klienten Schicht um Schicht aus ihren aktuellen Dramen und verändern nachhaltig ihre energetischen Schieflagen. Dadurch gewinnen sie ihre Kraft, ihre Freude und ihre Leichtigkeit immer mehr zurück - für ein schöneres Leben!

4 thoughts on “Wenn dich das Leben schubst…

  1. Liebe Silke,

    danke für deinen sehr persönlichen Bericht.

    Wie schön, dass du die Perlen im Misthaufen (die Kombi kannte ich so noch nicht!) gesucht und gefunden hast.
    Das ist ja manchmal nicht so leicht.
    Auch, weil man vielleicht einfach nur froh ist, dass das Thema „vom Tisch“ ist und man gar keine Lust mehr auf eine Rückschau hat.
    Dass sie sich trotzdem lohnt, hast du noch mal deutlich gemacht.

    Achte bitte gut auf dich.

    Alles Liebe
    Michaela

    1. liebe Michaela,
      der Ausdruck stammt von mir. 😉
      Ja – dieses Mal ist der Artikel wirklich sehr persönlich.
      Ich erhoffe mir, dass das den Leser nicht stört, sondern durch die Offenheit auch andere Menschen davon profitieren können…

      Ich danke dir für deine guten Wünsche und werde weiterhin auf mich achten!
      Ganz liebe Grüße, Silke

  2. Liebe Silke,

    herzlichen Dank für diesen Artikel.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass alles für etwas gut ist. In dem Moment, in dem es passiert, können wir nur oft noch nicht sehen wofür.
    Das, was du für dich erkannt hast, geht in die selbe Richtung, oder?

    Wenn man die Ereignisse so betrachtet, kann es das Vertrauen stärken, finde ich.

    Ich wünsche dir alles Gute und einen feinen Sinn dafür, was dir gut tut.

    Herzliche Grüße
    Sabine

    1. Liebe Sabine,
      ich freue mich, dass du verstanden hast, worum es mir in dem Artikel geht. Es ist so leicht, in der Opferhaltung zu bleiben!
      Letztendlich hat aber alles einen höheren Sinn und Zweck, auch wenn er sich nicht immer gleich erschließt… 😉
      Ich danke dir für deine guten Wünsche und sende ganz herzliche Grüße zu dir zurück!
      Silke

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